Angesichts der zunehmenden Aufmerksamkeit für Probleme wie Smog, Pollenallergien und Formaldehydbelastung in Innenräumen sind Luftreiniger für viele Familien zu einer unverzichtbaren Gesundheitsmaßnahme geworden. Der Markt ist jedoch mit einer Vielzahl von Produkten überschwemmt, deren Funktionen komplex und oft unverständlich sind. Viele Verbraucher geben viel Geld aus, ohne die erwarteten Ergebnisse zu erzielen. Wie lassen sich Fehlentscheidungen bei der Auswahl vermeiden, Luftreiniger richtig einsetzen und ihre volle Wirkung entfalten?
I. Kernauswahlprinzipien: Schlüsselparameter identifizieren und tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen
Bei der Auswahl eines Luftreinigers kommt es vor allem darauf an, ihn an die tatsächlichen Bedürfnisse anzupassen. Sich blindlings auf hohe Preise oder Multifunktionalität zu konzentrieren, führt oft zu einem schlechten Preis-Leistungs-Verhältnis. Die folgenden drei Parameter sind entscheidend für die Beurteilung der Produktleistung und sollten beachtet werden.
1. Reinluftlieferrate (CADR): Der „harte Indikator“ zur Bestimmung der Reinigungsgeschwindigkeit
Der CADR-Wert gibt das Volumen an sauberer Luft an, das ein Luftreiniger pro Stunde filtern kann, gemessen in Kubikmetern pro Stunde (m³/h). Er wird in Partikel-CADR und Formaldehyd-CADR unterteilt, die die Filterleistung für feste Schadstoffe (wie PM2,5 und Staub) bzw. gasförmige Schadstoffe (wie Formaldehyd und TVOC) beschreiben. Bei der Auswahl eines Produkts sollte der benötigte CADR-Wert anhand der Raumgröße berechnet werden. Die Formel lautet: Nutzfläche (m²) = CADR-Wert × 0,1 – 0,15. Beispiel: Für ein 20 m² großes Schlafzimmer ist bei primärer PM2,5-Reinigung ein Luftreiniger mit einem Partikel-CADR-Wert von 133–200 m³/h ausreichend. Soll in einem frisch renovierten Haus Formaldehyd entfernt werden, sollte zusätzlich der Formaldehyd-CADR-Wert berücksichtigt werden; hier wird ein Wert von mindestens 100 m³/h empfohlen. Es ist zu beachten, dass bei einigen Produkten die CADR-Werte übertrieben dargestellt werden können. Dies lässt sich durch die Überprüfung von Testberichten anerkannter Institutionen (wie beispielsweise dem China Household Electric Appliances Research Institute) feststellen.
2. Kumulative Reinmasse (CCM): Der „Haltbarkeitsindikator“ zur Messung der Filterlebensdauer
Der CCM-Wert gibt die Gesamtmenge an Schadstoffen an, die der Filter eines Luftreinigers filtern kann, bevor er ausgetauscht werden muss. Er wird in Milligramm (mg) gemessen. Der CCM-Wert wird in partikelförmige (Stufen P1–P4) und gasförmige Schadstoffe (Stufen F1–F4) unterteilt. Je höher die Stufe, desto länger die Lebensdauer des Filters und desto geringer die Austauschkosten. In Gebieten mit häufigem Smog oder in Haushalten mit Haustieren, wo die Feinstaubbelastung hoch ist, sollten Produkte mit einem CCM-Wert von P4 bevorzugt werden. In neu renovierten Häusern, in denen gasförmige Schadstoffe wie Formaldehyd über einen längeren Zeitraum freigesetzt werden, sind Produkte mit einem CCM-Wert von F4 erforderlich, um die Kosten für häufige Filterwechsel zu vermeiden.
3. Filtertyp: Die „Kernkomponente“, die den Reinigungseffekt bestimmt
Verschiedene Filter sind für unterschiedliche Schadstoffe ausgelegt, und ein einzelner Filter kann nicht alle Probleme lösen. HEPA-Filter (High-Efficiency Particulate Air) erreichen eine Reinigungsleistung von über 99,97 % bei festen Schadstoffen wie Feinstaub (PM2,5), Pollen und Bakterien und gehören damit zu den wichtigsten Filtern. Aktivkohlefilter entfernen gasförmige Schadstoffe wie Formaldehyd und Gerüche durch Adsorption. Ihre Adsorptionskapazität ist jedoch begrenzt, und sie müssen regelmäßig ausgetauscht werden, um eine Sekundärverschmutzung durch Sättigung zu vermeiden. Einige Produkte verfügen zudem über Funktionen wie UV-Sterilisation und Negativionenreinigung. Diese können je nach Bedarf ausgewählt werden, sollten aber nicht als alleiniges Auswahlkriterium gelten.
II. Anwendungshinweise: Missverständnisse vermeiden und Reinigungseffekt maximieren
Die Wahl des richtigen Produkts ist nur der erste Schritt; die korrekte Anwendung ist ebenso wichtig. Die folgenden häufigen Missverständnisse beeinträchtigen die Reinigungswirkung unmittelbar und erfordern besondere Aufmerksamkeit.
1. Halten Sie Türen und Fenster geschlossen, um Luftdichtheit zu gewährleisten.
Das Reinigungsprinzip von Luftreinigern besteht in der Umwälzung und Filterung der Raumluft. Bei geöffneten Türen und Fenstern gelangen Schadstoffe von draußen kontinuierlich in den Raum, was die Reinigungswirkung erheblich mindert. Der Innenraum sollte daher während des Betriebs des Luftreinigers luftdicht sein. Falls eine Belüftung erforderlich ist, empfiehlt es sich, diese bei guter Außenluftqualität durchzuführen und anschließend Türen und Fenster vor dem Einschalten des Luftreinigers zu schließen.
2. Platzieren Sie es richtig, um Verstopfungen zu vermeiden.
Der Lufteinlass und -auslass des Luftreinigers müssen frei sein. Vermeiden Sie es, ihn an Wänden, Möbeln oder hinter Vorhängen aufzustellen, da dies die Luftzirkulation beeinträchtigt. Es wird empfohlen, ihn mittig im Raum und mindestens 30 Zentimeter von der Wand entfernt zu platzieren, um eine optimale Luftzufuhr zu gewährleisten.
3. Passen Sie die Luftgeschwindigkeit nach Bedarf an und tauschen Sie die Filter regelmäßig aus.
Bei starker Luftverschmutzung (z. B. an Smogtagen oder in der Anfangsphase der Formaldehydentfernung in frisch renovierten Häusern) kann die höchste Stufe zur schnellen Luftreinigung eingeschaltet werden. Bei geringerer Verschmutzung empfiehlt sich die mittlere oder niedrige Stufe, um die Reinigungswirkung zu gewährleisten, Energie zu sparen und die Geräuschentwicklung zu reduzieren. Der Filter ist das Herzstück der Luftreinigung und muss je nach Nutzungshäufigkeit und Verschmutzungsgrad regelmäßig ausgetauscht werden. HEPA-Filter haben in der Regel eine Lebensdauer von 6–12 Monaten, Aktivkohlefilter von 3–6 Monaten. Die genauen Wechselintervalle entnehmen Sie bitte den Produkthinweisen oder der Luftqualitätsanzeige.
4. Kombination mit anderen Maßnahmen zur umfassenden Bekämpfung der Umweltverschmutzung
Luftreiniger sind keine Allheilmittel und müssen mit anderen Maßnahmen kombiniert werden, um die Raumluftqualität zu verbessern. Beispielsweise sollten nach dem Einzug in ein neues Haus zunächst Maßnahmen wie Lüften, der Einsatz von Aktivkohlefiltern und das Anpflanzen von Radieschen ergriffen werden, um die Formaldehydkonzentration zu senken. Erst dann kann der Luftreiniger zusätzlich eingesetzt werden. Familien mit Haustieren sollten Tierhaare regelmäßig entfernen, um die Schadstoffquellen zu reduzieren. In feuchten Jahreszeiten können Luftentfeuchter verwendet werden, um die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen zu senken und das Bakterienwachstum zu hemmen.
III. Zusammenfassung
Für die wissenschaftliche Auswahl eines Luftreinigers ist es wichtig, die drei Kernparameter CADR, CCM und Filtertyp zu berücksichtigen und diese präzise auf den Einsatzbereich und die Art der Luftverschmutzung abzustimmen. Für die korrekte Anwendung sollten Details wie die Aufrechterhaltung einer luftdichten Umgebung, die richtige Aufstellung und der regelmäßige Filterwechsel beachtet werden. Nur durch die Auswahl des richtigen Produkts und dessen korrekte Anwendung kann der Luftreiniger tatsächlich zu einer Schutzbarriere für die Gesundheit in Innenräumen werden und für eine frische und gesunde Atemluft für die Familie sorgen.




